Datum: 15. Jänner 2026, 19:00 Uhr
Ort: Literaturhaus Wien, Seidengasse 13, 1070 Wien
Alles ist durchdrungen – von Mikroplastik, das in Körper, Ozeane und Objekte einsickert, und von Künstlicher Intelligenz, die sich immer weiter in Sprache, Daten und Entscheidungen einwebt. Der Titel des Textes meint beides zugleich: die stoffliche Durchdringung unserer Welt durch synthetische Materialien ebenso wie die algorithmische Durchdringung unseres Denkens durch statistische Modelle. Was bleibt noch unberührt?
In ihrer gemeinsamen szenischen Lesung präsentieren Olja Alvir und Léonce W. Lupette den Text Alles ist durchdrungen: eine hybride Erzählung zwischen Prosa und Theorie (aus „In der Wüste Bäume pflanzen“, Luftschacht Verlag 2024). Zwischen Second-Hand-Laden und Überwachungsregime, zwischen der Stimme der Ex-Insassin Kasimira und dem Rechenrauschen der KI-Maschine KINTOP. Hier sprechen Dinge, Daten und Erinnerungen zugleich; hier reiben Materialien an Erzählungen und Erzählungen hinterlassen wie feine Partikel Spuren auf der Bewusstseinsoberfläche.
Begleitet wird die Lesung von einer künstlerischen Intervention von Ernst Logar, dessen Arbeiten seit Jahren die Durchlässigkeit politischer Strukturen, materieller Spuren und körperlicher Erfahrung untersuchen. Seine Arbeit schafft einen zusätzlichen Resonanzraum für Stofflichkeit und ökologische Fragen.
Ein Abend über Dinge, Daten, Körper. Und darüber, wie sie sich gegenseitig infiltrieren. Eintritt ist frei.
Im Anschluss an die Lesung findet ein Publikumsgespräch mit den Autor:innen und dem Künstler statt. Moderiert wird das Gespräch von Ass.-Prof. Dr. Anna Seidel.
„Alles ist durchdrungen“ findet im Rahmen des internationalen wissenschaftlichen Workshops „Early Petropoetics“ statt. Der Workshop untersucht, wie Literatur und visuelle Künste Materialitäten und Infrastrukturen des Erdöls zu Beginn des Erdölzeitalters erfahrbar machen. Er findet am 15. und 16. Jänner 2026 am Institut der Slawistik der Universität Wien statt und ist eine Kooperation des Instituts für Slawistik der Universität Wien mit dem Osteuropainstitut der Freien Universität zu Berlin.
